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Costa Rica 2012

Nach sehr erlebnisreichen Wochen im südlichen Afrika reizte uns dieses Jahr das tropische Mittelamerika. Costa Rica stand an, die Schweiz Lateinamerikas, wie manche sagen. Wir wollten dampfende Regenwälder erleben, Tiere in der Neuen Welt für uns entdecken und Vulkane bestaunen.

16 Monate Planung. Planung, welche Route wir nehmen möchten. Wir haben uns letztendlich gegen eine klassische Einsteigerroute entschieden. Ursprünglich wollten wir die Gegend um den Vulkan Arenal und den Nationalpark Rincon de la Vieja einplanen. Wir denken, es war gut, daß wir dies aus dem Programm geommen haben. Rincon hätte für Jannik sehr lange und anstrengende Wanderungen bedeutet und der Arenal spukt schon seit einigen Jahren keine Asche mehr. Der Nationalpark Corcovado, der mit einer sehr reichen Tierwelt aufwarten kann, mit Tapiren und vieles mehr, erschien mir auch noch als zu viel Stress fuer Jannik.  Da der Piedras Blancas N.P, der Regenwald der Österreicher, auch zu diesem Tieflandregenwald gehört, entschieden wir uns für die Eco-Lodge Esquinas Rainforest Lodge.

Hier unsere Route:

Alajuela mit Vulkan Poas – Manuel Antonio N.P. – Regenwald der Österreicher/Piedras Blancas N.P. – Carara N.P.- Playa Samara – Tortuguero N.P- Alajuela

In 15 Tagen erschien uns diese Tour zu bewältigen zu sein.

Für diese Reise drücke ich sogar seit Februar 2011 an der VHS Gelsenkirchen die Schulbank. Mit mäßigem Erfolg. Wir haben festgestellt, daß es sehr gut ist, in Costa Rica etwas spanisch sprechen zu können., vor allem, wenn man sich abseits der Touristenroute  befindet. Wir haben es gebrauchen können.

 

 

 

 

01.08.12

Abreisetag

Normalerweise ist ein Abreisetag für mich immer wie Weihnachten: Vorfreude, Spannung und unendliche Neugierde auf das kommende. An diesem Tag allerdings war ich eigentlich nur müde. Marco war noch in unserem Versicherungsbüro, um mit unserer Vertretung die letzten Dinge zu besprechen.

Zuerst aber gaben wir unsere Familienkutsche in die Autowerkstatt. Marco hatte ein paar Tage zuvor Bekanntschaft mit einer Parkuhr gemacht :). Nun hatte die Werkstatt genügend Zeit für die Reperatur. Ein Mitarbeiter brachte uns zum Hbf Essen. Mit dem ICE waren wir nach zwei Stunden am Frankfurter Flughafen. Der Flug war lang und weilig. Ich war erstaunt, wie viele Kinder mit uns flogen. Die Condor hob pünktlich um 19.20 Uhr ab. Es gelang uns sogar während des Fluges zu schlafen. Nach 9 ½ Stunden hatten wir den Zwischenstop in Santo Domingo.  Alle müssen für den Tankstop raus. Einige Passagiere stiegen aus oder kamen hinzu. Wir hatten noch 2 ½ Stunden bis San Jose. Himmel, ist Costa Rica weit!

02.08.12

Ankunft

Morgens um 5.00 Uhr landeten wir in San Jose. Im Landeanflug sahen wir viele Gewitterblitze Es ist Regenzeit. Der Flughafen liegt im Hochland. Daher ist es nicht schwül, als wir ausstiegen. Wir gingen durch die Passkontrolle. Was sind wir müde!

Wir warteten noch auf das Gepäck und Marco ging solange schon einmal zum Geldautomaten Colonnes ziehen. An den Automaten ist der Kurs in Ordnung. Die Rucksäcke waren nun da, das Geld auch und wir gingen zum Ausgang. Wie vereinbart, holte uns ein Mitarbeiter von unserer ersten Unterkunft ab. Eine andere vierköpfige Familie wurde auch von der Pension Los Alemannes erwartet. Wir fuhren zur Unterkunft. Ja und hier bekam ich meinen ersten echten Kulturschock: BVB-Handtücher, Aschenbecher, Fähnchen, die Wanduhr! Ne ne? In Costa Rica? Da fliegen wir 10.000 km weg vom Ruhrgebiet und dann das? Wir waren an einem borussischen Auswanderpaar geraten. Kalle ist Inhaber des Los Alemannes. Kann das denn gutgehen? Ich rang grad nach Fassung, da sagte der Vater der anderen Familie in bestem bayrisch: Joa sog bistn du de Steffffi aus dem Forum"? Äh, meint er mich? Forum? Welches meint er jetzt blos? "Ja, kann gut sein. Du meinst das Costa-Rica-Forum"? "Joah, sagte er belustigt "des mein i, hob dey Rute im Forum gsähn, da doacht i mir i buch das Alemannes un die Kristina glei mit! Aber auf die Esquinas bin ich vorher scho gkom"! "Ja prima, sagte ich, dann können wir uns später mal austauschen und Adressen austauschen. "Ja, des is guat"! Die vier wurden uns richtig sympatisch. Wir beschlossen, diesen Tag gemeinsam zu gestalten.

Bloß nicht einschlafen! Im Laufe des Vormittags kam unser Autovermieter. Bestellt haben wir einen Toyota RAV 4, 4x4, bekommen aber haben wir einen Hyundai Tuscan, auch mit Allrad. Schön war er ja nicht aber na ja. So schien der Wagen ja in Ordnung zu sein. Wir holen den Papierkram heraus: Personalausweis, Führerschein, Kreditkarte. Kreditkarte? Wo ist die Kreditkarte? Oh, nein, Marco hat sie am Flughafen im Automaten stecken lassen! Also SPERREN! Wir benutzen die andere! Das fängt ja mal wieder alles gut an mit uns!

Nachdem wir und auch die bayrische Familie unsere Autos hatten, entschlossen wir, gemeinsam zu einem Trip nach Cataras de las Chorros. Dies war ein Tip von Kalle, den Tag herumzukriegen. Wir freuten uns tierisch, als wir hier die ersten Schmetterlinge sehen. Wir gingen zu den wirklich sehr schönen Wasserfall. Hier kann gebadet werden. Man, sind wir müde.

    

Nachmittags verbrachten wir am Pool. Die Kinder hatten Spass. Gegen Nachmittag gabs für knapp zwei Stunden Regen. Gegen 17.00 Uhr gingen wir zum Soda unten an der Straße zum Abendessen.. Ist zu empfehlen, aber ich bekam hier Angst um das Geschirr. Jannik war so müde, sein Kopf drohte, auf die Teller zu knallen. Um 18.15 Uhr waren wir fix und fertig in unsere Betten. Gute Nacht!

03.08.12

Poas/Quepos

Entgegen unseren Befürchtungen, die Straße an der Pension wäre zu laut, haben wir gut geschlafen. Es gab diesbezgl. Einträge bei tripadvisor. Das Frühstück war auch sehr gut. Wir wollten nun weiter zum Vulkan Poas, ließen aber unsere Rucksäcke noch in der Pension. Überall in den Reiseführern stand, daß parkende Autos an den Nationalparks gern aufgebrochen werden und dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Los geht’s! Vamos!

Der Poas ist das letzte mal im Jahre 1953 ausgebrochen. Seitdem ist er mehr oder weniger aktiv. Vom Parkplatz aus läuft man ca. 20 Minuten hoch zum Krater. Kalle riet uns, erst gegen 10.30 Uhr hochzugehen. Vorher ist er noch ziemlich wolkenverhangen. Wir waren eine Stunde früher da und schienen Glück gehabt zu haben:

Wir kehren zurück zur Pension und holten unsere Rucksäcke ab. Wir bezahlten und fuhren nun die Strecke nach Quepos, zur Pazifkküste. 3 Stunden brauchten wir für diese Strecke. Es ging relativ schnell. Unsere nächste Unterkunft ist die Villa Kristina zwischen Manuel Antonio und Quepos gelegen. Sie liegt sehr ruhig in den Bergen und war daher recht gut versteckt. Ein bißchen brauchten wir, um sie zu finden. Oft gibt es in Costa Rica keine Straßennamen. Kristina machte uns auch das Tor auf und wir bekamen ein wirklich nettes Apartement mit zwei Schlafzimmern, AC, Küche und einen Balkon, von denen wir herrlich in den Regenwald schauen konnten. Wo bitte sind denn die Tukane? Keine da?

     

Den Nachmittag verbrachten wir am Pool. Wir waren allein in der Anlage und blieben so lange unten bis so gegen halb vier der Regen einsetzte.

In Quepos haben wir zur zu Abend gegessen. Im El Grand Escape, einem Fisch- und Steakrestaurant. Mittlerweile gab es ein ordentliches Gewitter. Letzte Nacht war es noch schlimmer, erzählte Kristina. Sie lebt schon lange hier und hat so eins noch nicht erlebt. Sie dachte, ihr Haus bricht auseinander.

04.08.12

Manuel Antonio / Esquinas Rainforest Lodge

Wir sind direkt nach dem Frühstück zum Nationalpark. Unser Auto hat heute Husten. Es sprang erst beim 3. Versuch an. So, wir kamen am Eingang von Manuel Antonio erstmal nur fast an. Jemand wichtiges mit Trillerpfeife pfiff uns zu sich und sagte "No! Parking here!" Äh? Wieso? Es war fürcherlich voll und wir stellten das Auto erstmal am zugewiesenen Platz ab. Umgerechnet 8 Euro wollte das Männlein von uns. Ich sagte "No, wir fahren näher an den Eingang dran" Das Männlein sagte "No parking area"! Na ja, wenn das stimmt? Wir bezahlten und dafür gabs eine längere Wanderung zum Eingang. Hier parkten fast alle............. grrrrrrrrrr...... reingefallen!

In einem Wald zu gehen ohne Guide machte keinen Sinn und so sind haben wir an der Rangerstation einen seriösen finden können. Mit zwei Belgiern und Stativ watschelten wir los. Nu ja, wir sehen so einiges: eine Horde Brüllaffen, Leguane, Kapuzineraffen usw. Drei Faultiere habe wir insg gesehen:

   

 

Dieses niedliche Kapuzineräffchen oben mochte mich nicht. Bin ihm wohl einmal zu nahe gekommen. Er wurde ganz schön stinkig. Nach der Wanderung hatten wir die Wahl, einen anderen Wanderweg zu nehmen, am Strand zu bleiben oder zurück mit dem Guide zum Ausgang. Wir nahmen noch den Wanderweg und kamen irgendwie wieder zum Ausgang. Bei Kristina bezahlten wir, nahmen unser Gepäck und fuhren los. Weiter geht es die Küste runter zur Esquinas Rainforest Lodge.

Je weiter man in den Süden kommt, desto untouristischer wird es. Ab Quepos ist die Landschaft wunderschön und ursprünglich. Wir brauchen 2 Std. bis zur Esquinas. Die Ruta 34 runter bis nach Piedras Blancas, dann in die Straße Richtung La Gamba, die Tropenstation von dem Regenwald der Österreicher. Dies ist eine Strecke mit Schlaglöchern uiuiui!

Der Regenwald der Österreicher, also der Piedras Blancas Nationalpark, wurde als Erweiterung des Corcovados eingerichtet. Stück für Stück haben Österreicher in den 90er Jahren den immer noch primären Regenwald aufgekauft, um ihn so erhalten zu können. Hier soll die höhste Artenvielfalt an Bäumen in C.R. bestehen. Auf eigenen Wanderwegen können die Gäste der Esquinas Rainforest Lodge Wanderungen unternehmen. Diese Öko-Lodge gehört zum Park, genauso wie die Tropenstation La Gamba, wo immer noch Feldforschungen betrieben werden. Die es Esquinas hat insgesamt 7 Bungalows mit insg 14 Wohneinheiten, ist sehr sauber mit Ventilator und vor allem gibt es hier viel Ruhe, sieht man mal von den Regenwaldgeräuschen ab. Ein paradisischer Ort! Wir bekamen die Hütte Nr. 6.

  

 

Es fing wieder einmal an zu regnen. Auf der gesamten Hinfahrt war es auch nicht besser. Nach dem Einchecken buchten wir erstmal unsere Wanderung für morgen. Sie sollte uns einen Einblick für alles hier geben. Eine Packung Buntstifte habe ich von Deutschland aus mitgebracht. Meine Bekannte Sabine bat mich, für Guide Mario welche mitzunehmen. Er zeichnet unglaublich toll, verziert so das Gästebuch mit Tierzeichnungen und gute Stifte wären in C.R. sehr rar. Mario war schnell gefunden. Er freute sich sehr darüber "Dank an Sabbbbine"! Die Esquinas haben wir als Package gebucht und das hieß Vollpenion. Gereicht wurde morgens das Pollo Tinto mit ständig wechselden Säften. Mittags und abends gabs drei Gänge. Das Essen ist gut, aber speziell. Mir fällt die schwarze kalte Bohnensuppe ein und der Yuccaauflauf. Nix für Jannik, aber er wurde satt. Die Lodge verfügt über einen eigenen Garten, wo viele der auf den Tisch gebrachten Lebensmittel angebaut werden. Hier ist alles Bio! Sogar das Klopapier darf nicht in die Toilette geschmissen werden, sondern gehört nach vollbrachter Tat in den Eimer! Uuuuahhh!

Sobald die Nacht hereinbrach, entstand durchdie Geräuschkulisse eine ungehörige Spannung. Überall pipst, brummt und quakt es, lauter und spezieller als am Tag. Das war soooo toll!. Sowieso lausche ich immer sehr gern in die Natur hinein.

05.08.12

Esquinas Rainforest Lodge

Die Nacht war gut! Wir haben in der Hütte super geschlafen. Unsere erste Wanderung stand an. Mario war unser Guide. Zuerst zeigte und erklärte er uns die Blattschneiderameisen. Dann diverse Leguane, dem Ameisenbaum usw. Einen Trogon können wir finden. Dieser Vogel ist mit dem Quetzal verwandt, dem wohl schönsten Vogel Costa Ricas, sehr selten und wenn, dann nur ganz oben in den Bergen, anzutreffen. Rund zwei Stunden sind wir unterwegs. Ganz oben in den Bäumen ein Tukan! Er sitzt zu weit oben. Ich konnte kein Foto machen. Man sagt, wenn Tukane um diese Zeit singen, dann gibt’s Regen.Nach 2 Stunden war die Wanderung zu Ende. Das ständige nach oben gucken verursachte so langsam Nackenschmerzen.

 

unten im Baum sitzend. Ein Trogon!

 

  

Nach dem Mittag wollten wir den Waterfalltrail versuchen. Leider kamen wir nicht so weit. Es regnet schon wieder. Wir kehren um und blieben in der Lodge, schrieben mails. Ich schrieb meinen Reisebericht weiter, den ich schon angefangen hatte. Vor dem Abendessen hörte der Regen auf einmal auf. Spontan entschieden wir uns heute für eine Nachtwanderung. Das muß spannend sein. Es was mulmig war mir aber schon, aber Mario, der uns wieder führte, sagte, wir gehen nur durch die Anlage und durch den Garten.. Wir wurden von einem schweizer Paar begleitet. Letzte Woche waren sie in Tortuguero, unserem letzten Stop hier und sagten, dort ist zur Zeit Land unter durch den starken Regen. Ui. Ich werde Barbara, der Biologin aus Tortuguero kontaktieren. Sie ist unser Guide dort und wird es sicher wissen.

Die Geräuschkulisse hier ist wieder mal gigantisch: Mit Taschenlampen gings los:

Dieses Bild ist mein Lieblingsbild. Es zeigt einen Glasfrosch auf einem Palmenblatt. Von unten leuchteten wir mit der Taschenlampe, damit man schön sehen kann, wie transparent das Tier ist. Super, dieses Spezies wollte ich so gern sehen. Prima!

   

Dann gibt’s die Maskenfrösche, die sich nachts in unserem Naturpool tummelten. Der Pool wird hier übrigens von einer Bergquelle gespeist.

Und es gibt noch andere schöne Leute:

   

 

 

Insgesamt sehen wir 11 verschiedene Froscharten. Einen habe ich leider vergessen. Also liste ich die Frösche folgendermaßen auf:

Zuerst sahen wir:

Tungarafrosch – Gladiatorenfrosch – Regenfrosch – Glasfrosch – Rotaugenfrosch – Maskenfrosch – Dusty Glasfrosch – Ochsenfrosch – Bolivienfrosch und die Ochsenkröte. Na, einer fehlt jetzt leider. Sie also machen nachts den Lärm.

06.08.12

Esquinas Rainforest Lodge

Wir entschlossen uns heue für den Ozelottrail. Er hat anfangs einen beachtlichen Anstieg, aber es lohnt sich. Die Aussicht ist super und wir sahen ganz hinten in den Bäumen Tukane.

    

 

Hier ist der Boden nicht mehr blanca, weiß, sondern lehmig. Hier merkte ich, daß meine Spiegelreflexkamera sehr in Mitleidenschaft geraten ist. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht ihr zu schaffen. Sie ist ja auch extrem hier. Das Gästebuch unten in der Lodge sieht auch schon sehr zersetzt aus. Die Tukane singen. Es gibt sicher wieder Regen. Wir beobachteten sie eine Weile und setzten unseren Weg fort.

Hier mal ein Foto vom Speisesaal:

Nachmittags sprang unser Auto mit "starken Husten" Lieber wollten wir mal eine Autowerkstatt aufsuchen, um die Batterie durchchecken zu lassen. Auch wenn Rio Claro ein kleines Nest ist, so gibt es hier eine Autowerkstatt. Es kam mir so vor, als ob ich wochenlang im tiefsten Regenwald ausgeharrt hatte und nun auf Zivilisation gestoßen bin und ich bin mir sicher, der Automechaniker schaute mich genau so an. Jetzt mußte ich zeigen was ich drauf hatte. Er verstand kein englisch. Also versuchte ich mein bestes spanisch. Ich glaube, der Mann hat geglaubt ich bin ein Alien und versuche Kontakt aufzunehmen. "No Batteria, es speciale"! Aha, er hatte keine da für uns. Und jetzt? Wir kontaktierten den Mietwagenmann. Er meinte, wir sollen die Batterie irgendwo wechseln.Er hätte momentan kein anderes Auto zur Verfügung. Das Geld bezahlt er später! Grrrrrrrrr Hier gibt’s keine Batterien!

Abends gabs ein Gewitter. Mittlerweile hat man sich daran gewohnt. Hoffentlich geht morgens alles gut und das Auto spring an.

07.08.12

Esquinas Rainforest Lodge/Playa Herradura

An diesem Morgen war ich schon um 5.30 Uhr auf. Die beiden anderen wollte ich nicht stören und so zog ich mich an und spazierte durch die Anlage. Ich hatte es jetzt aufgegeben, Colibris zu knipsen. Sie sind einfach zu schnell, genauso wie der schöne blaue Schmetterling. Das Aguti ließ sich heute auch nicht blicken.

Jannik mußte dem Mario beim auschecken alle Froscharten aufsagen, die wir gesehen haben. Unser Auto hatte schlechte Laune, sprang aber an. Wir mußten heute die Ruta 34 ganz hoch fahren bis nach Playa Herradura, etwas nördlich von Jaco gelegen. Wir brauchten 3 Stunden.

Unsere nächste Unterkunft für eine Nacht war das El Paso de las Lapas bei Herradura, schön abseits gelegen. Es war unsere luxuriöste Unterkunft in Costa Rica. Alles fein und neu, zwei große Betten, ein Körbchen prall gefüllt für uns mit Schokolade, Nachos und Chips. Legga! und deutsches Fernsehen! Jede Wohneinheit hat einen Balkon mit Außenküche. Aus der Minibar gönnen wir uns heute Abend eine Flasche Wein!

    

Erstmal aber blieb Jannik seinem Ritual treu und schleppte seinen Papa mit zum Pool. Wir waren fast die einzigsten in der Anlage. Ich entschloß mich, auf dem Balkon zu bleiben und den Reisebericht fortzuführen. Da flog mir was um die Ohren. Tukane, boah ganz viele! Die Kamera, schnell...im Sucher gucken.... wo sind die, ach da hinten..... klick....klick... fuck.... alle Aufnahmen sind verschwommen. Grummel

So und da Jannik in der Esquinas fast immer schön sein Tellerchen aufgegessen hat, verwöhnten wir ihn heute Abend mit Pizza Hut. Wir gönnten uns später unseren Rotwein.

08.08.12

Carara N.P.

 

Buenas dias! Vamos! Auschecken! Heute wollten wir bezgl des Gepäcks etwas auf Risiko gehen und nahmen unser Gepäck direkt mit ins Auto. Normalerweise lässt man hier sein Gepäck nicht im Auto, wird oft von Aufbrüchen erzählt. Wir wollten nicht mehr zurückkommen, wenn wir mit dem Carara fertig waren Außerdem gibt es dort einen bewachten Parkplatz. Wir nahmen also unsere Sachen und packten alles ins Auto. Hat es heute wieder Husten? Nein, es ist gestorben! Boah, und jetzt? Jetzt hatten wir eine Megakrawatte auf Jose, den Mietwagenmann. Ich habe den Namen für den Reisebericht übrigens verändert.  Wir haben Glück in Unglück und der Hotelmanager überbrückte uns. Von wegen Aras gucken im Carara. Wir mußten erstmal zur Werkstatt. Wieder einmal mußte mein spanisch verständlich sein. Der Mechaniker sagte"Si si si..... prüfte alles und lud die Batterie auf. Eine für dieses Auto hätte er auch nicht. Wir starteten das Auto und es lief wie am Schnürchen! Boah Jose, ich hasse dich! Pah, dann muß Jose eben unser Auto in Samara wechseln, unser nächstes Ziel.

In Carara hatten wir das Glück und trafen an der Rangerstation einen deutschsprechenden Guide. Maurice lebte einige Jahre in Bremen, ist auch Werder-Fan. Na, da hatten die Jungs ja was zu bereden. Andy Herzog hier, das Ailton da... Für Jannik war das toll, daß dieser Guide deutsch sprach, konnte er viele Fragen stellen. Zu dieser Zeit sind kaum Arakangas, also Aras in dem Park anzutreffen. Marice wußte aber, wo sie sind. Dort, wo zur Zeit ihre Nahrungsquelle sei, einem bestimmten Baum unten in einem Dorf, ganz in der Nähe von der berühmten und oft in Reiseführern beschriebenen Krokodilbrücke. Zu diesem Baum fuhren wir.

Der ganze Baum war voll mit Arakangas.

Nach diesem wirklich schönen Fotostop fuhren wir wieder zu dem Eingang des Cararaparks.

Aber erst gaben wir das Auto in Obhut eines Parkwächters. 2 Dollar für zwei Stunden, das

war okay. So, rein in die Gummistiefel und los gings. Wir hatten uns zwar sorgfältig mit

Deet eingesprüht. Aber es half hier nicht. Es war noch aus Südafrika, schien hier den Moskitos absolut nicht auszumachen und somit waren wir ein gefundenes Fressen für die Mistviecher. Unser Guide gab uns irgendwann sein Spray. Dies wirkt deutlich besser. Uns kamen doch tatsächlich zwei Touristen hier entgegen. Eine von den beiden Frauen kam näher und sah ziemlich bemitleidenswert aus. Sie sprach uns an und zeigte uns ihren Bauch. Die arme hatte dort eine fiese Zecke stecken. Iiih! Maurice zog sein Erste-Hilfe-Kästchen hervor und versorge die Frau. Hab doch auch eine Zeckenzange mit, fiel mir ein. Jau, wir konnten das Vieh entfernen.

Maurice hatte ihr aber geraten, zu duschen und danach zum Arzt zu gehen. Zufrieden und erleichtert trollte sie davon. Ansonsten kamen uns nur Vogelkundler entgegen. Von weitem hörten wir hier tief im Wald auch ein paar Aras. Gesehen haben wir sie hier aber nicht.

    

Fledermäuse machen dem Jannik nichts mehr aus. Oben: Whinte Tent Bat.

 

Und wieder ein Brüllaffe. Wirklich nur ganz kurz haben wir auch einen Nasenbären gesehen. Zu kurz, um ihn fotografieren zu können. Wir haben ihn nur mit einem Fernglas gesehen.

oben: Great Owl

Zwei Stunden ging die Wanderung durch den Carara. Da der Park ziemlich ebenerdig ist, war

dies wohl eher ein Spaziergang. Obwohl er ziemlich zentral gelegen ist, sind hier nur wenig Touris. Zum Leidwesen von Maurice. Vor allen stört ihn der Straßenlärm von der Interamericana. Der Parkeingang liegt direkt an ihr und so hört man die LKW´s doch noch eine Weile. Man muß schon viel tiefer in den Wald gehen, um völlige Stille zu haben. Schade eigentlich. Die hier lebenden Aras machen den Park dennoch zu etwas besonderem.

Wir gingen nun zurück zum Parkplatz. Wir haben heute noch eine lange Strecke vor uns. Heute fuhren wir nach Samara auf der Nicoya-Halbinsel im Nordwesten des Landes. Wir fuhren Richtung Guanacaste, hielten erst an der Krokodilbrücke für einen Fotostop:

Den nächsten Stop machten wir an der Panamericana und zwar genau an der Kreuzung, wo wir die Panamericana verlassen und links in die Ruta 18 einbogen. Dort gibt es ein Restaurant und eine Tankstelle. Hinter dem Restaurant (Me Finca) leben, vielleicht auch vom Betreiber angelockt, wer weiß, ein ganzer Schwarm Arakangas. Diesen Tipp hatten wir von den beiden Schweizern in der Esquinas erhalten. Wir hielten hier zum Mittagessen. Jannik und ich gingen erstmal zur Toilette, da hörte ich sie schon. Ja, das Essen wurde fast kalt. Dummerweise hatten die Piepmätze wohl schlechte Laune und suchten das weite, als ich gut ausgerüstet mich zum Knipsen bereit stellte. Grrrr ! Aber wir kamen ja noch einmal hier hin.

Jetzt waren wir schon auf der Nicoya-Halbinsel und bis Nicoya machte uns die Fahrt keine Mühe. Zwei Stunden hatten wir noch zu fahren, das Navi sagte 40 Minuten, es hatte aber offenbar "vergessen", daß der Weg ab Nicoya nur sehr mühselig war. Na und irgendwann kamen wir zu unserer Unterkunft. Es war das Hotel Flying Crocodile. Es war wohl so gegen

16:00 Uhr, als wir ankamen. Immerhin hielt bis hierher das Auto! Respekt!

Petra, die Hotelmanagerin, schaute erst etwas baff, weil wir da waren. Wir waren erst für den

11.08. eingeplant. Unser Castillo-Bungalow wäre noch besetzt. Hmmmm, wir nehmen auch das Apartment, kein Problem.

    

Dieses Bild vom Schlafzimmer ist leider etwas verschwommen. Es ist sauber und gemütlich hier. Wir haben eine riesen Küche. Dieses Apartment wurde umgebaut und war früher mal eine Poolbar. Das erklärt die riesen Theke im Wohnzimmer.

 

Wie schon in Playa Herradura hatte Jannik hier seine geliebte kleine Wasserrutsche. Wir waren fast allein in der Anlage. Wie gesagt, es ist hier keine Hauptsaison. Abends entschlossen wir uns, zum Pizza Essen in der Wunderbar zu gehen. Sie ist zu Fuß vom Hotel aus zu erreichen und wir mußten nicht extra raus nach Samara fahren. Die Gegend hier ist sowas wie ein gallisches Dorf. Ein paar Auswanderer samt Petra sitzen hier an diesem Abend rum, erzählten sich was. Diese Bar gehört zwei Amerikanern. Ein wenig eigenartig sieht es hier schon aus, sehr einfach und so mancher würde vielleicht erstmal komisch gucken statt Essen zu bestellen. Die Pizza aber hier ist riesig und schmeckt richtig richtig gut.

09.08.13

Samara

Unser Auto hat heute kein Husten (klar, die Batterie ist ja auch voll aufgeladen). Wir fuhren heute nach Samara, um einige Sachen einzukaufen wie Cola, Fanta, Kaffee für zu Hause und

eine Salsa-Soße. Wir bogen aus dem Flying Crocodile ab und sahen hier das erste mal eine Schlange am Straßenrand. Keine Ahnung, was für eine. Sie war natürlich zu schnell ins Gras

verschwunden. Ich meine, sie war Schwarz/weiß aber na ja, es ging viel zu schnell. Danach fuhren wir zu einem Strand.

oben: sehr einsam hier!

So gegen 14:00 Uhr muß es gewesen sein, als wir erste Regentropfen abbekamen. Also packten wir ein und fuhren zum Hotel zurück. Zum späten Nachmittag hörte der Regen auf, ich lag auf unserer Terrasse. Plötzlich gab es einen lauten Knall. Haustier "Leguan" kletterte vom Baum auf unser Dach. Der war mal wirklich groß:

Abends wollten wir nach Samara zum Abendessen. Tja und unser Auto... es hatte wieder Husten. Der Ort ist nicht wirklich groß. Es reicht fürs nötigste.

Eine Autowerkstatt gab es hier wohl auch nicht.

Sicherheitshalber schauten wir uns mal um. Aber ehrlich gesagt, wollten wir das Auto gewechselt haben. Und mit Jose nehmen wir besser auch noch mal Kontakt auf.

10.08.2012

Samara

Das Wetter schien heute so doll nicht zu werden. Wir entschlossen uns in der Anlage zu bleiben.

Es klarte zwar zwischendurch einmal auf, aber na ja, Es gefiel uns hier ja richtig gut. Wir zogen heute in unser Castillo-Zimmer (Nr. 9) um. Und wir schließen Freundschaft mit Zeuss, dem Gürteltier. Es läuft jeden Tag durch die Hotelanlage.

Ist der Kerl nicht klasse?

Und hier unser Castillo-Zimmer. Es geht über zwei Etagen, oben befindet sich ein großes Bett, ein Kühlschrank und der Balkon, unten das zweite Bett und das Mega-Badezimmer.

Es war alles blitzsauber hier:

    

 

Abends wieder die bange Frage. Was macht das Auto? Ist es gut gelaunt? Jose hatte noch nicht angerufen. Versprochen hatte er es :( Und? Die Karre sprang nicht an. Grrr. Übermorgen geht’s weiter. Da brauchen wir entweder eine neue Batterie oder ein neues Auto. Petra half uns, daß das Auto ansprang und wir fuhren zum Abendessen nach Samara. Das Essen in El Lagato war klasse..... die Heimreise nicht. Uns wurde mal wieder geholfen, aber mal ehrlich. So konnte es keineswegs weitergehen. Super angepisst sind wir wieder zum Hotel. Petra sagte, Jose  hat angerufen und bringt uns morgen ein neues Auto, natürlich mit Allrad. Na, wir glauben das erst, wenn er hier ist.

11.08.12

Samara

Der Tag des Autotausches brach heran. Jose kam nicht um 8.00 Uhr, sondern erst um 11.00 Uhr. Jose stottert. "Sorry for siss mistaik I i i i was waiting in Jjjjaco for ju! Will der uns verarschen? Wir hatten in den letzten Tagen ständig das Handy überprüft und die e-mail-Postfächer. Das kann gar nicht sein. Ja, ne, iss klar! Unser neues Auto war ok! Es war ein Nissan X-Trail.

Unglaublich, dieser Depp hatte noch nicht einmal ein Überbrückungskabel dabei! Er wußte nun wirklich ganz genau, daß die Batterie hin ist. Petra schaute mich listig an, schwieg aber. Wie gern hätten wir jetzt gesagt no se, wir haben gar kein Kabel, Senior! Aber wir waren froh, Jose los geworden zu sein und halfen "natürlich". "Zzzäng ju" . Ja der Typ stottert ganz schön! Petra sagte, wie gern hätte sie ihn jetzt ohne Kabel schwitzen sehen.

Der Tag schien wettermäßig sehr schön zu werden und so holten wir unsere Badesache und fuhren zum schneeweißen "Mel Gibson Strand" . Natürlich heißt er anders. Mel Gibson hat hier ein Häuschen stehen. Vamos! Wir haben ein funktionierendes Auto! Bis zum Strand kann man in der Regenzeit nicht fahren. Der Weg ist zu schlammig. An der Ecke, die uns Petra beschrieb, sollten wir den Wagen stehen lassen und den restlichen Weg zu Fuß laufen. Wir stellten also den Wagen am Wegesrand ab und luden die Badesachen aus. Ihhh Marco rutscht auch direkt in den Schlamm aus. Da sagte Marco " Steffi,wo ist denn der Autoschlüssel?" Ich "Häh? Ich hab den nicht. Bin doch nicht gefahren?" "Ja wo ist denn der"? Jannik "ich hab ihn auch nicht"! In den Hosentaschen oder in der Strandtasche? Ne! Zwischen den Handtüchern? Auch nicht! Im Auto liegen lassen? Ne, häh? Es folgte eine Dschungelprüfung.

Wir fingen an, danach im Schlamm zu wühlen. Vermutlich hat Marco den Autoschlüssel dort verloren. Meine Flip-Flops sind jetzt auch hin. Wir kann man denn so ........... sein? Es wäre besser, ich laufe mit Jannik zurück zum Flying Crocodile. Wir müssen Jose anrufen. Er muß zurückkommen und einen zweiten Schlüssel bringen.... uah! Jannik und ich liefen also den Weg zurück. Eine halbe Stunde barfuß auf "Schmierseife". Das ist nett. War hier letztens nicht die Schlange? Ja, genau, sie war hier irgendwo! Petra schaute nicht schlecht, als wir völlig verdreckt ankamen. Wir versuchten, Jose ans Handy zu kriegen. Nicht da und vermutlich war der schon in Nicoya. Und jetzt? Jannik und ich gingen erstmal duschen. Jose rief an "Oooookee Iiiii kam bak tomorrow an brink the ki"! Er schien grad alles wieder gut zu machen. Jetzt tauchte Marco auf.  Dieses Schlammwesen entschloss sich spontan, zu duschen Wenig später kam "es" halbsauber wieder mit winkenden Händen. Da war was dran. DER SCHLÜSSEL !!!! Grrrrrrrrrr

Diesen Nachmittag verbrauchten wir am Pool. Wo auch sonst? Die Wunden lecken! Ich ging zur Rezeption zur Petra auf einen Kaffee. Sie erzählte mir, wie es mit dem Flying Crocodile weitergeht. Sie übernimmt es ab Oktober ´12 und hat einiges vor. Ich glaube, wenn sie alles umsetzt, was sie vor hat, dann wird das hier noch der Hammer werden! Und dann gibt’s hier auch wieder abends eine Küche. Niemand muß dann mehr zum Abendessen nach Samara fahren.Petra und ich freundeten uns an.

Abends luden wir Petra ein, ins El Lagato. Wir nahmen ihr Auto, fuhren die Abkürzung durch den Fluss, der momentan schon beachtlich breit war. Aber es waren heute keine Krokodile zu sehen und Petra fuhr durch. Es gewitterte wieder häufig und es fing mal wieder an zu regnen. Zuvor war es hier erstaunlich trocken. Aber jetzt wird der Regen mehr. Am Strand von Samara war das Wetterleuchten teilweise so extrem. Taghell! Buschkino nennt Petra das hier. Wir bestellen uns beide einen Rotwein.Was für ein Tag!

12.08.12

Samara/Hacienda de la Isla

Heute mußten wir die anstrengenste und längste Strecke fahren. Von der Nicoya-Halbinsel über das Hochland bis ins karibische Tiefland. Wir wollten heute nach Tortuguero. Da Tortugeuro nur entweder mit dem Flugzeug oder mit dem Boot zu erreichen ist, entschieden wir uns bereits zu Hause, bei Guapiles einmal zu übernachten um am Folgetag gemütlich mit dem Boot übersetzen zu können. Die Hacienda schien dafür optimal zu sein. Wir verabschiedeten uns von Petra. Ja, sehr wehmütig! Drück und Knutsch....Insgesamt fuhren wir heute 7 Stunden bis zur Hacienda, durch das Hochland, wo die LKW´s mit 25 km/h einen sehr schön abbremsten. An der Panamericana hielten wir wieder für einen beim Restaurant Me Finca. Die Aras waren heute alle da!

     

So sweet!

Wir fuhren durch Herradura und weiter durch den Braulio Carillo N.P. auf die Ruta 32. Der Braulio Carillo ist ein Nebelwald. Hier weiter oben am Vulkan Barva, soll der Quetzal, der Göttervogel der Mayas, häufiger zu finden sein.

Die Hacienda habern wir länger suchen müssen. Wir hatten das Schild glatt übersehen. Wir riefen die Lodgebetreiber, einen Belgier an und ließe uns nochmals den Weg erklären. Eigentlich sehr einfach, die Ruta 4 Richtung Horquetas und dann das Schild "nicht" übersehen. Die Hacienda liegt am N.P. Braulio Carillo. Sie besitzt sogar eigene Wanderwege.

Sie liegt schön ruhig abseits der Straße. Zu bemängeln gabs fast nichts mit der Ausnahme, daß die Wände in den Zimmern sehr dünn gewesen sind. Vom Nachbarn hat man mal alles gehört.

Mit uns war eine deutsche Reisgruppe dort. Also war hier ein bißchen Betrieb.

13.08.12

Hacienda/Tortuguero

Wir verabredeten mit dem Belgier, daß wir einen großen Rucksack hier lassen können. Mittelerweile gab es auch nix mehr zu klauen, außer dreckige Wäsche! Heute ging es weiter nach Tortuguero. Wir wollten das Dorf von La Pavona aus erreichen, dh. mit dem Boot übersetzen. Der Kreditkartenterminal war defekt und so hatten wir auch vereinbart, bei unserer Rückkehr die Hotelrechnung zu bezahlen.

Unser Boot fuhr um 13.00 Uhr. Also hatten wir noch etwas Zeit für den Wanderweg hier in der Hacienda. Wir haben nur ein paar Pferde gesehen und den Irish Setter. Er gehört dem Inhaber und wich uns die ganze Wanderung nicht von der Seite.

Einen sehr lieben Reiseführer hatten wir hier. Geredet hat er nur nicht viel.

Wir fuhren also gegen Mittag mit einem Rucksack Richtung Guapiles, dann auf die Ruta 247 nach Cariari. Von dort aus ging es weiter auf eine Schotterpiste mit irren Schlaglöchern bis zur Bootsanlegestelle. Ingesamt brauchten wir gute zwei Stunden, wobei unser Garmin sich ab Cariai abmeldete. Ab hier kam es durcheinander. Barbara hatte uns aber zuvor eine grobe Karte geschickt. Von La Pavona aus fahren die Boote zum Dorf Tortgugero. Hier stellten wir unser Auto am bewachten Parkplatz ab und kauften die Tickets Wir fuhren eine Stunde her los. Es waren genügend Leute da, so daß ein Boot schon einmal losfuhr.

In Tortuguero haben wir ein Package bei der Biologin Barbara Hartung gebucht. Sie bietet Wanderungen und Bootsfahrten im Nationalpark an, wobei sie der Umwelt zuliebe auf motorisierte Boote verzichtet. Der Vorteil liegt auf der Hand. Weniger Krach und die Gelegenheit, ein bißchen weiter in die Lagunen von Tortuguero zu gelangen. Jetzt ist Schildkrötensaison. Zu dieser Jahreszeit kommen die Meeresschildkröten nachts an den Strand von Tortuguero und legen ihre Eier ab. Fotos von den Tieren machen ist allerdings verboten. Man geht entweder um 20.00 Uhr oder um 22.00 Uhr zusammen mit einem Biologen oder Ranger an den Strand. Wer wann darf, wird von der Parkverwaltung ausgelost. Mit Barbara hatten wir die Tage immer wieder schon Kontakt aufgenommen und sie erzählte, es sind schon viele Schildkröten hier gewesen und es regnet momentan nur manchmal. Sie will uns abholen.Tortuguero ist ein Tieflandregenwald, d.h. es ist hier extrem schwül. Meine Sorge ums Weter ist schon berechtitgt, sind die Niederschlagsmengen hier weltrekordverdächtig und wir befanden uns in der Regenzeit.

Da Barbara unsere Ankunft erst eine Stunde später erwartete, war sie natürlich noch nicht an der Bootsanlegestelle in Tortuguero. Wir beschlossen, zu warten. Da kam ein Tico auf Marco zu und drückte ihm sein Handy in die Hand "Barbara is here"! Der Mann hatte anscheinend mitbekommen daß wir auf sie warteten. Wirklich sehr freudlich von ihm. Hier kennt wohl jeder jeden. Barbara sagte, wir sollen schon mal zu unserer Unterkunft. Sie kommt gerade von einer Tour, kommt aber gleich. Unsere Pension ist das Mrs. Junie, die wohl komfortabelste Unterkunft im Dorf. Es gibt entlang des Wasserkanals von Tortuguero andere Lodges, doch sind diese meist sehr hochpreisig.

Unser Zimmer war das erste vorne rechts in an der Ecke mit Blick auf den Fluß. Die anderes Seite des Gebäudes bot einen Blick auf die Karibik.

Wir bezogen unser Drei-Bettzimmer. Mensch, war das stickig hier drin. Es war nett und sauber eingerichtet, na, ob der Standventilator uns hier Abkühlung verschaffen kann?

In Tortuguero fahren keine Autos. Barbara radelte später zu uns und erklärte den Ablauf für heute und morgen. Heute Abend weiß sie, für welche Uhrzeit wir für die Schildkrötenbeobachtung eingeteilt werden und wo wir hingehen werden. Wir sollen uns Gummistiefen ausleihen und eine Taschenlampe dabei haben. Nur am Strand hat sie aus zu sein, um die Tiere nicht zu stönren.

Den Nachmittag verbrachten wir im Dorf und liehen uns Gummistiefel aus. Sowiso würde ich für jede Wanderungin C.R. Gummistiefel tragen. Die teuer gekauften Trekkingschuhe in Deutschland werden sehr dreckig und vor allem durchaus nass. Hehe, Marco mußte an der Leihstation seine Schuhe als Pfand abgeben. Wieder mal der arme Marco! Als Begründung wurde uns die Vergabe über zwei Tage angegeben. Tzzzz.

Vor dem Abendessen im Buddacafe kam Barbara abermals angeradelt um uns zu sagen, daß wir um 20.00 Uhr dran sind. Ein Glück, denn der Bootstrip morgen geht sehr früh los. Wir sollen uns um 20.00 Uhr am Stromkasten mit dem großen "B" versammeln. Wir sind so 8 Touris. Der Stromkasten ist uns bereits aufgefallen. Es ist doch alles sehr übersichtlich hier.

Um 20.00 Uhr standen wir, zu allem bereit, am Stromkasten. Ohne Kamera, aber mit Taschenlampen und Regenkleidung. Barbara erklärte uns noch einmal dies und das über die Schildkröten. Gestern Abend hätte sie viele gesehen. Wir sind für den Strand am Nationalpark ausgelost worden. Wir gingen durch den Wald als Barbara sagte, wir sollen vorsichtig sein. Dort drüben im Bäumchen lag eine gelbe Schlange. Niemand soll bitte die Taschenlampe auf sie richten. Ja, sagte sie weiter eine giftige, eine Viper! Vorsichtig gingen wir um sie herum. Am Strand dann sollten wir die Taschenlampen nun ausschalten. Barbara hatte ihr Rotlicht mit und das muß genügen. Es ist stockdunkel und ich plumste auch schon irgendwo hinein. Ich sah aus wie ein paniertes Schnitzel... uah! Eine Schildkröte war bereits fertig mit dem Ablegen und kroch langsam Richtung Meer. Barbara lies uns für einen Moment stehen, kam wieder und sagte, sie hätte nun ihr Schildkröten vom Chef zugewiesen bekommen und führte uns zu eine, die gerade ihre Eier ablegte. Wir sollten uns jetzt alle leise hinter das Tier stellen und in die Hocke gehen. Jannik und das kleine Mädchen, daß zu unserer Gruppe gehörte, schob Barbara vor. Jetzt, wie sie die Eier ablegt, ist sie unempfindlich für äußere Einflüsse. Langsam, ganz langsam legte das Tier die Eier ab. Als sie fertig war, schob sie ganz sachte den Sand auf die Eier. Ganz behutsam, damit kein Ei kaputt geht. Nun ließen wir sie in Ruhe. Es war eine grüne Meeresschildkröte.

Ich schaute zum Meer, sah etwas auf uns zukommen. Dies war noch eine. "Ducken" befahl Barbara in einem Soldatenton. Aha, sie kommt näher. "Ducken, schnell" ! Und es kam noch eine. Wir bewegten uns alle nicht, waren mucksmäuschenstill. Die zweite Schildkröte war nur einen Meter von uns weg, wir hörten sie stöhnen. Sie drehte aber ab und kroch zurück ins Meer. Barbara erklärte, sie fühlte sich wahrscheinlich ehr von der anderen Schildkröte gestört statt von uns, da die andere noch mit dem einbuddeln beschäftigt war und die andere ihr Sand ins Gesicht schmiss. Das mögen sie nicht. Tief beeindruckt und paniert kehrten wir zurück zur Pension.

14.08.12

Tortuguero

Bereits um 5.40 Uhr ging die Bootstour los. Wieder vom Stromkasten aus, gingen wir wieder mit einigen anderen Touristen zum Boot. Frühsport war angesagt und mal ohne Gummistiefel! Wir mußten jetzt paddeln. Direkt, als es los ging, sahen Barbara und ich zwei kleine Papageien davonfliegen.

ein Anhinga. Er ist mit den Kormoranen verwandt.

rechts: hier wird der Fluss schmaler. Störende Motorboote fahren hier kaum noch rein:

    

                                                                                                                                                                                    Ein Klammeraffe

Da wir heute sehr sportlich waren, haben wir bis 11.00 Uhr frei. Unsere Wandertour ging um 11.00 Uhr los. Dieses mal trafen wir uns aber von dem Eingang des Nationalparks. Zuerst sahen wir eine Horde Brüllaffen. Na, die sind echt überall. Und Klammeraffen sahen wir und zu unseren Füßen eine Ameisenstraße. Dies sind die Treiberameisen, erklärte Barbara. Sie laufen "immer", tragen ihre Eier auf dem Rücken. Ist eine erschöpft, trägt eine andere sie. Es sah lustig aus, sie zu beobachten. Eine Soldatenameise, ca 3 cm groß war auf einemanderen Ast. Barbara erklärte, sie ist schon einmal von einer gebissen worden. Man bekommt einen dicken Arm und ist erstmal 24 Std. mit schlimmsten Schmerzen beschäftigt. Wir kamen wieder an den Strand, wie wir gestern die Meeresschildkröten beobachtet haben.

        

Auf diesem Bild sind noch die "Rallystreifen" zu sehen. Die Schildis haben ihre Spuren deutlich hinterlassen. Dieses Gelege wurde bereits von den Vögeln ausgeraubt.

 

 

                                                                                                                                     Eine Viper

Und ein Faultier mit Jungtier. Man muß genauer hinsehen. Ein Ärmchen ist aber doch zu sehen?In Tortuguero kommen auch Jaguare vor. Hier hat einer seine Spuren hinterlassen:

   

 

                                                                    Jannik versuchte ein paar Termiten. Sie sollen nach Möhren schmecken

Zwei Stunden ging die Wanderung. Sie war höchst interessant.

Den Rest des Tages verbrachten wir im Mrs. Juni oder sind am Strand Spazieren gegangen.

Gern kaufe ich mir Mitbringsel aus Holz, wenn sie denn gut gemacht sind. Ich entschied mich hier für eine Schildkröte.

15.08.12

Tortuguero / Alajuela

So langsam näherte sich unsere Reise dem Ende. Diese Nacht haben wir im Gegensatz zur letzten gut geschlafen. Vermutlich auch, weil die Sonne nicht die ganze Zeit aufs Dach prallte. Es war gestern und ind er Nacht immer mal bewölkt. Um 11.00 Uhr ging unser Boot zurück nach La Pavona.

Wir übernahmen unser Auto wieder und fuhren Richtung Alajuela. Unser Navi hat hier wieder absolut keine Orientierung, fand uns aber irgendwann nach Cariari. Zwischen La Pavona und Cariari kamen wir an riesige Bananenplantage vorbei. Alles Chiquitas, wie sich herausstellte.

Von Cariari bis zur Hacienda brauchten wir wieder gute zwei Stunden. Wir bezahlten die Rechnung und nahmen den Rucksack im Empfang. Das Navi hatte uns ja wieder gefunden und lotse uns über Herradura nach Alajuela. Diesesmal nächtigten wir aber nicht, wie eigentlich geplant, im Los Alemannes. Wir waren ja noch sauer, denn Kalle hatte uns Jose mit seiner Mistkarre vermittelt. Tzzzz.....Strafe muß sein. Wir brauchten noch mal rund 4 Stunden bis Alajuela. Um 16.00 Uhr waren wir an unserer letzten Unterkunft angekommen. Die Pension Vista Linda Montana in Alajuela. Wir bekamen ein sehr schönes Zimmer mit drei großen Betten, alles sehr modern und ruhig. Die Hausherrin, Renate, ist sehr nett. Sie legte dem Jannik sogar einen Teddy aufs Bett. Als ob sie wüßte, das der Junge sein Lieblingsstofftier während der Reise verloren hatte. Wir fuhren nach dem Duschen nach Alajuela zum Abendessen. Es regnete mal wieder. Es hat jeden Tag geregnet! Beim Abendessen verfolgten wir das Fußball-Länderspiel Costa Rica – Peru . WM-Qualifikation, live ausgetragen aus San Jose. Für Costa Rica siehts nicht gut aus. Das moderne Stadion wurden von den Chinesen gebaut. Die Ticos brauchten eigentlich nur die Linien auf dem Spielfeld ziehen. "Böse" Menschen lachen darüber. Die Linien sind krumm und schief.

So, Jose brauchte ja noch seinen Wagen! Wir kamen vom Essen. Er war nun einigermaßen pünktlich im Vista Linda Montana. Er entschuldigte sich bei uns und erließ uns eine beträchtliche Summe. Trotzdem... drum prüfe, wo man sich ein Auto mietet.

16./17.08.12

Heimflug

Renate brachte uns zum Flughafen. Wir flogen früh morgens. Sie hatte noch so einige Tips auf Lager. Sie sind alle bei mir im Kopf "gespeichert". Es ist nicht ausgeschlossen, daß wir nicht irgendwann noch einmal dieses Land besuchen möchten.

Vielleicht haben wir eine Menge Glück gehabt, aber uns hat die Regenzeit weder beeinträchtigt noch wirklich gestört. Für den Jannik war diese Reise ein großes tolles Abenteuer. Er wird noch lange davon erzählen!

Als wir am Fankfurter Flughafen landeten, schlief Jannik tief und fest in seinem Sitz. Wir gingen durch die Passkontrolle. Auf Marcos Arm, wurde er halb wach. Haha! Sofort setzten sich die Beinchen in Bewegung. Jannik die Treiberameise!

Fazit:

Bis auf die Tatsache, nicht beim besten Autovermieter ein Mietwagen übernommen zu haben, war das eine unbeschreiblich schöne Reise mit vielen schönen Momenten und tollen Tierbeobachtungen.N.P. Manuel Antonio würde ich nicht wieder machen. Er ist sehr überlaufen. Der Carara N.P. war wiederum einsamer. Die Besonderheit hier sind sicherlich die Aras. Die Zeit in Tortuguero war ausreichend, länger wären wir gern in Samara und in der Esquinas Rainforest Lodge geblieben. Geht es irgendwann mal wieder nach Costa Rica, werden wir in den Corcovado N.P. wandern gehen, auch mit Kind und dann im Anschluß danach die südliche Karibikküste besuchen und vielleicht auch nach Panama einreisen. 

- Ende -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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