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Herbst 2017

Die Reise nach Uganda ist schon seit Jahren geplant gewesen. Der Familienrat hatte schon im Vorfeld beschlossen, dass diese Reise ohne Marco stattfinden würde. Was mir schon immer ein großes Rätsel gewesen ist: Er hat kein Interesse an einem Gorilla-Tracking. Ist ihm zu anstrengend, er war schon zu oft in Afrika. Irgendwelche Einwände hat er immer. Jannik ist aber natürlich dabei! Im April wird er 15 Jahre alt und das heißt, dass er die Altersgrenze ein Tracking erreicht hat und wir somit die Reise konkret planen können. Es wird auch langsam an der Zeit. Das Permit, also die Erlaubnis seitens der Nationalparkbehörden, kostet derzeit in Uganda schon umgerechnet um die 560,00 EUR. Uganda versucht zwar den Preis zukünftig stabil zu halten. Es ist aber die Frage, ob es tatsächlich so geschehen wird. In drei Ländern auf der Welt können wir noch die Berggorillas in freier Wildbahn erleben, die zumindest uns so faszinieren und uns zu dieser Reise treibt. In der DR-Kongo sind die Nationalparks aufgrund politischer Unruhen geschlossen. Ruanda nimmt für das Permit zurzeit um die 1.500,00 USD. Pro Person versteht sich! Aber Uganda, wie Winston Churchill mal zu sagen pflegte "die Perle Afrikas" hat noch mehr zu bieten. Wunderschöne Landschaften, eine einzigartige Tierwelt und natürlich die Primaten. Das passt!

Uganda ist nicht gerade ein Land, welches ich als Selbstfahrerin bereisen möchte. Es wird also eine geführte Tour durch das Land. Das wird eine neue Erfahrung sein. Eine Reise in einer Gruppe und das über Tage. Wir versuchen es einfach. Im Gegensatz zu Kenia und Tansania ist hier der Massentourismus noch nicht vorhanden. Hauptmagnet, um das Land zu besuchen, sind die Primaten. Landschaftlich soll das Land ein Traum sein mit dem Ruwenzori-Gebirge, den verschiedenen Nationalparks. Der Kidepo, ganz oben im Norden, soll noch ein echter Geheimtipp sein. Er ist leider nicht auf unserer Route. Jannik und ich sind hauptsächlich wegen der Affen dort!

Unsere Wahl, welchen Reiseveranstalter wir nehmen, viel uns relativ leicht. Nomad macht gute Arbeit. Unterwegs ist man mit einem großen Truck, ausgestattet mit einer Bordküche, Kühlschrank, Akkuladestationen, Gepäcksafe und einem riesigen Wassertank. Mithilfe bei allen anfallenden Lagerarbeiten sind erwünscht. Wir konnten zwischen einer Campingtour oder einer Tour mit festen einfachen Unterkünften wählen. Ich campe zwar gern aber.... ach was. Nehmen wir die festen Unterkünfte. Es hatte sich im Nachhinein auch bewährt. Nachts wurde es besonders am Lake Bunyoni fies kühl.

Unsere Route im Eizelnen:

Von Kampala (blau) - Murchison Fall Nationalpark (grün). - Ziwa Rhino-Projekt (orange) - Kampala (blau) - Bwindi (gelb) - Kampala (blau)

Frühjahr 2017:

Die Planung für die Reise geht weiter. Wir müssen unser Visum für Uganda beantragen. Das geht über die Website visas.immigration.go.ug. Dabei sind eingescannte Passkopien, Passbilder, der Gelbfierbernachweis und ggf. Andere Nachweise hochzuladen. Nach abgeschlossenen Verfahren wird das Visum dann gegen Vorlagen von Pass und Originalnachweisen sowie der Zahlung der Visa-Gebühr bei der Einreise erteilt. Wir haben bereits online die Gebühr in Höhe von 50 USD bezahlt. Wer nicht nur ein Land in Ostafrika bereisen möchte, kann für ca 100,00 USD das Ostafrika-Visum beantragen. Es empfiehlt sich immer, diese Informationen beim Auswärtigen Amt einzuholen.

20.07.18

Es ist soweit! Uganda! Die Tasche (für die Tour geeignete weiche und daher gut zu verstauende Reisetasche) ist gepackt. Die Reiseunterlagen sind pünktlich seit zwei Wochen da. Das Visum auch. Marco fährt uns zum Essener Hauptbahnhof. Unser ICE nach Frankfurt ist einigermaßen pünktlich. Wir steigen ein. Bei der Verabschiedung rufe ich Marco noch hinterher, er würde es bereuen, nicht dabei gewesen zus ein. Er grinst nur. Es ist nicht sein Ding.

21.07.18

Wir haben wieder denselben Flug wie nach Tansania mit der Ethiopian Airlines ET 707 nach Addis Ababa, dann allerdings geht es weiter nach Entebbe, dem "Eingangs-Tor". Der Flieger startet pünktlich und landet pünktlich in Addis Ababa, der Hauptstadt Äthiopiens, am frühen Morgen um 5:55 Uhr Ortszeit. Der Flughafen erscheint uns noch hektischer wie damals vor vier Jahren. Auch wenn man hier von der Anzeigetafel irgendwann mal ablesen kann, zu welchem Gate man sich im Transit begeben soll, heißt das auf äthiopisch nicht, dass man tatsächlich sich dort einfinden muss. Tatsächlich kommt es mir so vor, als wenn alle Passagiere zum hinteren Teil des Terminals gepfercht werden und die Airportmitarbeiter, super gestresst, einfach nur die Final-Destinations aus sich herausbrüllen und man so herausfindet, wohin man denn jetzt nun gehen soll. Es stellt sich heraus, wir stehen gar nicht mal so schlecht in den Warteschlangen. Daher erreichen wir unser Flugzeug noch bequem nach Entebbe. Puh, das wäre geschafft!

   

Und so landen wir im Herzen Afrikas, in Entebbe gegen 11:00 Uhr Ortszeit ohne Aufregung, sieht man das morgendliche chaotische Treiben am Flughafen Addis Ababas ab. Bei der Einreise entdecken wir zwei hübsche Österreicherinnen, dessen Reiseunerlagenmäppchen identisch ist mit unseres. Sind das die zwei, die in unseren Unterlagen aufgelistet waren? Es stellt sich heraus: Ja! Mutter und Tochter sind auch gewillt, ein Tracking zu den Gorillas zu unternehmen. Wir vier werden von einem Mitarbeiter des Sky-Hotels abgeholt. Unsere erste Unterkunft für die erste Nacht.

Wir sind ziemlich müde. Unweit von unserer Unterkunft befindet sich ein Lokal. Wir haben unsere ersten Reisebekanntschaften und zusammen entschließen wir uns, dort einen Kaffee zu nehmen. Es stellte sich leider so heraus, das das Lokal nicht auf kaffeetrinkende Europäer eingerichtet ist. Keine Ahnung, was die sonst so verkaufen. Nach unserer Bestellung rannte eine Mitarbeiterin gleich in den nächsten kleinen Shop und kaufte Kaffeepulver. Ehrlich gesagt, es war ungenießbar. Aber sollte ich jetzt schon ein Bier bestellen?

Abends dann! Wir gehen aus in das von Jörg Seufert empfohlenes Restaurant, dem "Faze 2" auf der Kampala Road, einem beliebten Treffpunkt Einheimischer aus der Mittel- und Oberschicht und Touristen. Wir bestellen allesamt indisches Essen. Es ist auch zu empfehlen. Auch das Bier!

                          

22.07.18

Nun ja. Das Sky Hotel ist nicht gerade die erste Adresse in Kampala gut anzukommen. Am Abend zuvor wurde dort ordentlich von den Einheimischen gefeiert. Die hatten Party time. Wir kamen erst gegen Mitternacht so richtig zu Ruhe. Ständig wurde laut geredet, gelacht. Irgendwelche Mopeds fuhren auf dem Hof und gefühlte 1000 Autotüren haben wir zuschlagen hören. Das Frühstück ist mittelmäßig. Beim Duschen bekommen wir ständig einen kleinen Stromschlag. Na wunderbar! Der Truck sollte sich gegen 11.00 Uhr vor dem Hotel einfinden. Die beiden Österreicherinnen haben auch nur mittelmäßig schlafen können. Wir hatten wenigstens einen kleinen Balkon, sagen sie. Den haben die beiden leider nicht gehabt.

  

                     Wir warten auf den Truck.

Gegen 11:00 Uhr kommt er dann. Wir warten mittlerweile unten an der Rezeption, dem und auf unseren Balkon der einzigste Ort mit WLAN. Wir konnten uns gut damit die Zeit vertrödeln. Es steigen eine Menge Leute aus dem Truck, die sich allesamt vorstellen. Es ist mir unmöglich, alle Namen gleich zu merken. Wir sind also eine ca 15 Mann/Frau-starke internationale Reisegruppe. Deutschsprachig ist auf jeden Fall mehrheitlich. Das kann spannend werden! Ich muss fast lachen. Alles kam mit Handy raus, denn hier wurde ihnen WLAN versprochen. Als ob sie gerade von einer anderen Welt gekommen sind. :) Die Gruppe ist schon seit einigen Tagen unterwegs. Sie war vorher in der kenianischen Massai-Mara, am Lake Nakuru und fahren später zurück dann über dem ugandischen Jinja zum Kajak-Fahren. Zumindest habe ich das so verstanden. Unsere Gepäckstücke werden im Truck verstaut und wir bekommen unsere Sitzplätze für heute zugewiesen. Dann fahren wir fünf Stunden zu unserer nächsten Unterkunft, das Kabalega Resort. Dort werden wir zwei Tage bleiben.

Die Crew: unsere Köchin Eunice, Evans unser Guide und unser Fahrer Callisto

Zum Mittag halten wir irgendwo an. Wir bereiten jetzt das Mittagessen vor. So ergibt sich die Gelegenheit, die anderen Mitreisenden kenn zu lernen. Die Locals werden von diesem riesen Truck angelockt. Neugierig aber doch etwas distanziert kommen sie uns näher und dabei ist es egal, ob groß oder klein sich nähert. Evans, unser Guide meint, sie sind nicht hungrig. Sie sind neugierig. Was essen die Weißen und was machen die da? Und vor allem: Wo kommen die her? Nach dem Essen verteilen wir Wassermelonen.

   

 

Am späten Nachmittag kommen wir an. Wir beziehen unser Zimmer. Es ist klein, aber sauber. Uns gefällt es hier sofort. Wir gehen einigermaßen früh schlafen. Morgen fahren wir in den Murchison Falls Nationalpark. Unser erstes Highlight!

23.07.18

Frisch vom Frühstück gestärkt, fahren wir in den Murchinson Falls National Park. Wir werden nun eine Flussfahrt auf den Weißen Nil unternehmen bis hin zu den Murchison Falls, die zu den stärksten Afrikas gehören sollen. Jedenfalls habe ich das so gehört.

   die Gates im südlichen Afrika sind irgendwie impulsanter

 

Hinein in den Nationalpark.

 

Die Show kann beginnen:

 

                                   

   eine der seltenen Rothschild-Giraffen

 

das ist die Stelle, an der sich einst Hamingway mit dem Flugzeut ins Wasser stürzen wollte

und da sind wir angekommen:

 

 

Das Boot fährt zurück und wir anschließend mit kleinen Bussen zu den Fällen. Während der Fahrt flogen immer wieder Fliegen gegen die Fensterscheiben. Oben an den Wasserfällen entsteht das erste Guppenbild. Wie legen eine Rast ein und Evans erklärt nun detaillierter, was heute Nachmittag genau auf uns zu kommt. Wir gehen in das Budongo Reservat, einem Schutzgebiet, besonders für Primaten. Gelegenheit für uns nach Schimpansen Ausschau zu halten.

 

Fazit: Die Tierdichte, zumindest heute am Fluss lässt sich nicht mit den weiten Savannen Kenias oder Tansanias vergleichen. Schon gar nicht mit der Chobe-Riverfront in Botswana! Wir haben trotzdem viele Tiere am und im Wasser gesehen und sind zufrieden. Das besondere sind die Murchison-Falls und die sehr selten gewordenen Rothschild-Giraffen oder auch Uganda-Giraffen genannt, die fast nur noch hier in Uganda vorkommen.

Wir fahren nun in das Budongo-Reservat und bekommen unsere Einweisung, wie wir uns im Wald verhalten sollen. Fest steht, dass ich meine Socken über die Treckinghose ziehe. Wer möchte schon böse und bissig gewordene Ameisen in seinen Schuhen haben?

  

  

Wir gehen los. Es geht über flache Wege. Es strengt also nicht wirklich an. Nach einer halben Stunden sehen wir dann die erste Schimpansenfamilie mit kleinen Babies auf den Rücken ihrer Mütter. Wir sind in zwei Gruppen aufgeteilt worden und verhalten uns so still, wie es eben geht. Trotzdem registriert uns die Affenfamilie nur kurz und wandert weiter in den Wald hinein, noch ehe wir schöne Fotos machen können. Das nennt man Pech. Einige bekommen wir zwar doch vor die Linse, jedoch entspricht es nicht das, was wir erlebt haben. Es bleibt also nur in der Erinnerung.

  er hatte wenigstens ein bischen Bock auf uns

 

 

Fazit: Nun denn. Die andere Gruppe hatte etwas mehr Glück. Man nimmt es hin. Schließlich ist es die Natur. Besser soll man Schimpansen im Kibale Forest sehen können. Den Reiseberichten, die ich bisher gelesen habe, bestätigen dies auch.

Wir fahren zurück zum Kabalega Resort. Jeder ist froh über eine Dusche und gutes Essen. Unsere Köchin kocht übrigens fantastisch. Heute Abend gibt es Wild.

                                             Der Eingang zu unseren Zimmern

24.07.18

Heute fahren wir zu einem Nashorn-Schutzprojekt. Routentechnisch fahren wir zurück nach Kampala und halten am Projekt für einige Stunden an, um wieder eine Fußsafari zu unternehmen. Wieder werden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Das früher weit verbreitete Spitzmaulnashorn und die nördliche Unterart des Breitmaulnashorns gelten in Uganda schon längst als ausgerottet. Im Jahr 2000 wurde das Projekt von der EU ins Leben gerufen, was die Wiedereinführung dieser Tiere in die Nationalparks fördern möchte. Die Tiere werden streng überwacht. Mit Rangern geht man auf die Pirsch. Alles wird anschließend dokumentiert. Durch unseren Besuch und unser Eintrittsgeld soll der Bestand außerdem gesichert werden.

wir treffen im hohen Gras eine Mama mit Baby Nashorn an  

  

  

Wir bleiben ca. eine Stunde bei Ihnen, wechseln öfters mal die Richtung. Sie scheinen sich absolut nicht an uns zu stören.

Fazit: Eine schöne Sache, den Nashörnern so nahe zu sein. Das Projekt scheint Hand und Fuß zu haben. Ich hoffe nur, dass irgendwann der Wahnsinn aufhört und sie von dem Aussterben bewahrt werden können.

Als wir zurück zur Station gehen, war es wohl eine kleine Sensation, das Muttertier und das Baby gefunden zu haben. Sie waren für einige Zeit nicht gefunden worden. Man vermutete wohl schon schlimmeres. Für deren Dokumentationszwecken fragt ein Ranger Jannik, ob Jannik sein Fotomaterial zur Verfügung stellen würde. Wir warten noch darauf, das er die Bilder runterlädt um dann wieder nach Kampala zu fahren. Wir werden wieder im Sky-Hotel übernachten.

Zum frühen Abend bezogen wir wieder unsere Zimmer. Wir bekommen wieder die gleichen Zimmer, wie am Anreisetag. Das wird sich während dieser Reise auch nicht mehr ändern. Am letzten Tag sind wir abermals im Sky-Hotel untergebracht. Wenigstens wissen wir, was uns erwartet. Kakerlaken, ein nicht wirklich sauberes Zimmer und Stromschläge während es Duschens :)

Zugegeben, unsere Köchin kocht hervorragend. Ugandische Hausmannskost. Sie zaubert aus dem nichts unterwegs leckeres Essen. Wir helfen immer mal mit klar. Aber sie hat stets alles handfest organisiert. Heute Abend aber hat sie frei. Wir sind ja auch in Kampala. Das österreichische Duo und wir wollen uns nun einen Driver nehmen und durch Kampala fahren. Wir möchten die große Moschee zumindest von außen besichtigen, ein einem Craftcenter das eine oder andere Souvenir erhandeln und anschließend im "The Lawns", den laut Reiseführer besten Wildrestaurants Kampalas, zu Abend essen.

                

                                                           

Oben links das Geschenk an die Regierung von Muammar al Gaddafi. Rechts die etwas durchgeknallte aber sympathische Verkäuferin. Ich denke, ich habe gut gehandelt und habe den Gorilla mitgenommen. Oben mein Abendessen, Kudu! Janniks Gnu wurde am Tisch auf einer Vulkansteinplatte angebraten und dann stilvoll angerichtet. Wir sind im noblen Teil Kampalas.

24.07.18

Wir fahren weiter. Weiter heißt Richtung Lake Bunyonyi und zum Bwindi Nationalpark zu den Gorillas. Im Truck herrscht gemütliche Stimmung. Doch schon bald schläft einer nach dem anderen in seinem Sitz ein. Jetzt spielt niemand mehr Karten. Totenstille. Die langen Fahrten schlauchen irgendwann. Es wird wohl doch nicht die lang ersehnte gute Nacht im Sky-Hotel gewesen sein ;)

Castillo macht eine Pause. Wir befinden uns jetzt genau am Äquator. Wir machen eine Kaffee oder Pipi-Pause, posieren am Äquator, was hier wohl jeder Touri macht. Wir lassen uns erklären, wieso nördlich des Äquators der Wasserstrudel so rum verläuft, südlich andersrum und dass direkt am Äquator keiner vorhanden ist.

        

Wir fahren und fahren weiter bis uns der Hunger einholt

       

       

Es ist eine verdammt lange Strecke. Nach unseren Lunch, der mal wieder nicht unbemerkt gewesen ist, fällt die Gruppe wieder ins Koma bis wir endlich am Lake Bunyoni ankommen.

        

     

Am Abend suchen wir uns unsere Gorilla-T-Shirts aus. Sie werden individuell gedruckt. Jannik ist natürlich dabei. Wir bekommen nach dem Abendessen unser Biefing für das bevorstehende Gorilla-Tracking, dem Höhepunkt der Reise. Wir werden wieder in zwei Gruppen aufgeteilt. Ein Teil der Gruppe bricht morgen in aller Frühe auf. Die andere Gruppe geht übermorgen. Ein kleiner Teil der Gruppe wird morgen zudem nach Ruanda fahren. Das wird hier vom Lake Bunyoni als Tagestrip angeboten. Da Jannik und ich nur das Uganda-Visum haben und wir ewig auf unsere Ostafrika-Visa an der Grenze warten müssten, tauschen wir mit Alena, die eigentlich auch morgen zum Tracking gehen sollte. Sie ist übermorgen dran. 

26.08.18

3:00 Uhr. Das Handy weckt uns. Wir müssen aufstehen. Der lang ersehnte Tag ist endlich da! Wir gehen zu den Berggorillas! Eucine ist ebenfalls früh auf und hat schon das Buffet aufgebaut. Der Kaffee ist auch fertig! Wir können eben unser Lunchpaket fertig machen. Dann nehmen wir einen kleinen Van und fahren los. Die erste halbe Stunde wird im Auto noch geredet. Willi und Kati aus Mainz sind auch dabei sowie Anett mit Ingo aus Cottbus. Und Dayle aus Kanada. Der eine döst vor sich hin und schläft irgendwann ein. Der andere hält im Wagen ein Pläuschen. Wir sind schon alle nervös.

Nach zwei Stunden Fahrt sind wir da. Unsere Ranger warten auf uns. Ich habe mich bereits zu Hause gut beraten lassen, einen Porter zu nehmen, der mir meinen Rucksack abnimmt und mir bei den einen oder anderen Schritt zu Hilfe kommen kann. Es hört sich recht lustig an. Ich habe für das Tracking trainiert, fühle mich fit und trotzdem .... lieber ist mir vielleicht doch ein Porter. 15 USD, die sich lohnen werden, was ich jetzt aber noch nicht weiß.

Es gesellt sich noch ein US-Amerikaner dazu. Damit sind wir zu acht. Es dürfen maximal acht Touristen pro Tag für eine Stunde zu einer Gorilla-Gruppe.

Kahungye. Das wird also unsere Gorilla-Familie sein, zu der wir hin dürfen. Die Gruppe soll 20 Tiere stark sein, ganze drei Silberrücken haben und viele kleine Affenkinder. Die Spannung und Vorfreunde steigt beim Briefing. Ich habe mir Kletterhandschuhe in den Rucksack gesteckt, damit ich mich vor Dornen im Gestrüpp schützen kann. Die Hosenbeine sind abermals in den Socken gesteckt. Genügend Wasser und mein Sandwich sind ebenfalls im Rucksack. Die Kamera und Handy sind auch so verstaut, dass ich sie sicher sind und schnell griffbereit sind. Jannik und die anderen sind auch ready. Es kann losgehen.

Nun fahren steigen wir wieder in ein Auto, dass uns halb um den Bwindi Nationalpark fährt. Hier warten unsere Porter. Jannik nimmt keinen. Ihm reichen die Wanderstöcke. Alle anderen nehmen sich auch einen Träger. Wir gehen mit den Rangern nun querfeldein. Erst wandern wir durch Farmland. Noch geht es mit der Kondition. Ich merke aber eine gewisse Kurzatmigkeit.

  

  

Wir machen Rast. Zwei Hügel haben wir schon hinter uns. Noch einmal ins Tal und dann wieder hoch und wir sind zumindest dann schon im Regenwald. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend schön! Ich staune, will schnell sich meine Wasserflasche leert. Ich habe zwar immer noch genug mit, aber ich kann machen was ich will. Ich habe immer Durst :)

  

Es geht immer weiter in den Regenwald hinein. Nach jeder größeren Anstrengung machen wir eine Pause. Unsere Guides loben unser Durchhaltevermögen. Nicht selten geben einige schon auf und werden von den Portern zurückgetragen. Mein Herz pocht wie wild. Es mach auch an den Höhenunterschied liegen. Wir befinden uns auf ca. 2000 m Höhe. Aber keiner mault. Also ich auch nicht. Wir gehen immer tiefer und tiefer hinein. Teilweilse ist es so steil, dass ich auf allen vieren hochklettere und bei einem geeigneten Abstieg mich einfach auf meinen Hintern setze und runterrutsche. Nun gut. Es gibt zum Glück keine Fotos davon :D Dann kommen wir zu den Trackern. Sie haben heute Morgen schon die Gorillas ausfindig gemacht und warten auf uns. Nun geht es mit ihnen weiter. Die Spannung steigt. Dann hören wir Affengeschrei. Es kommt mir so vor, als ob ein Gorilla sagen wollte "Ey Leute! Menschenalarm" smiley

 

 

Der erste Silberrücken, den wir sehen. Er beobachtet uns.

Dann sind wir da. Wir sehen ihn, Mama mit Kind. Wir bleiben auf Abstand und setzen uns hin. Die Strapazen sind wie weggeblasen. Wir sind still. Im Grunde machen die Gorillas eigentlich nix anderes wie fressen. Und trotzdem ist es aufregend.

   

Die Gorilla-Familie wandert irgendwann langsam weiter. Wir folgen ihnen unauffällig. Jedenfalls versuchen wir es. Natürlich rascheln wir durch das Gebüsch. Anders wie die Schimpansen stört denen das überhaupt nicht. Sie sind halbhabitutiert und akzeptieren Menschen.

    

Eine Stunde haben wir Zeit. Wir fotografieren alle wie die Wilden. Aber oft nehme ich einfach die Kamera von der Nase und genieße. Man muss es wirklich erlebt haben. Ich bin sehr froh, das ich die Möglichkeit gehabt habe!

  

  

und noch mehr schöne Bilder

  

  

Die Stunde ist um. Wir müssen zurück.

  

  

 

Wir packen auf halbem Weg unsere Sandwiches aus und ruhen uns aus. Zwei Stunden haben wir insgesamt gebraucht, die Gorilla-Gruppe zu finden. Eine Stunde waren wir dort. Eine Stunde etwas soll unser Rückweg dauern. Das ist eine gute Quote. Manchmal dauert es bis zu sechs Stunden, die Tiere zu finden. Wir können uns also glücklich schätzen. Wir bekommen zum Schluss unser Zertifikat. Es sei schön, dass wir hier gewesen sind, heißt es und das wir dadurch und durch das Permit zur Arterhaltung beitragen. Hinter diesen Hügeln ist schon die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Was dort hinten gerade wirklich passiert, können wir nur erahnen. Fest steht, dass dort zurzeit keinen Trackings stattfinden und die Mitarbeiter des Nationalparks arbeitslos sind.

   

unsere Ranger und Porter. Sie leisten diesen Job Tag für Tag.

  

Wir fahren total kaputt aber happy zum Overland-Resort. Dort warten schon die anderen. Die, die morgen das Tracking haben werden. Wir erzählen gar nicht so viel, um ihnen die Spannung und Vorfreunde nicht zu nehmen. Nicht, dass nachher die Erwartungshaltung zu hoch oder zu niedrig ausfällt. Ein paar von ihnen waren in Ruanda und erzählen von der Kirche in Kigali. Das Mahnmal des Genozids, der leider zwischen den ethnischen Gruppen Tutsi und Hutu stattfand. Das Land ist längst wieder friedlich und hat sich auch durch europäische Hilfe zum Vorzeigeland Afrikas gewandelt. Es ist sehr sauber dort. Lange bleiben wir nicht an der Bar. Wir fallen müde ins Bett. Morgen fahren wir über den See zu den Pygmäen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Freuen wir uns auf den nächsten Tag.

Fazit: Ein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen. Ich hoffe, wir werden noch sehr lange Berggorillas auf den Planeten haben.

27.08.18

Einigermaßen ausgeruht wachen wir auf. Und das zu einer christlichen Zeit um 7:30 Uhr. Wir frühstücken und nehmen dann das Boot. Wir sollen den Kiddies, die uns auf den Hügel helfen wollen, kein Geld geben. Sie kaufen davon Alkohol und schwänzen die Schule. Wir legen unsere Schwimmwesten an blushund steigen in das Boot.

  

                                                                                                                                           

Wir werden auch schon erwartet. Tatsächlich ist der Junge nicht von dem Pygmäenstamm und schwänzt die Schule, was er natürlich nicht zugibt

  

  

  

  

Wir werden begrüßt mit einem Tanz, bewegen uns durchs Dorf und halten in der Schule an. Es sieht schon etwas nach Show aus. Ich lasse das an dieser Stelle einmal offen, was man davon halten soll. Sicher ist, diese Menschen sind aus dem Regenwald vertrieben worden und haben kaum eine Chance. Darum geben wir ihnen kleine Geschenke wie Stifte, etwas zum Naschen und etwas Geld für ein neues Dach für ein Haus.

  

Wir fahren nun zurück zum Resort vorbei an den Wochenmarkt

  

Die anderen sind vom Gorilla-Tracking noch nicht zurück. Sie scheinen also länger zu brauchen wie wir. Wir bestellen uns eine Cola und warten. Um ca. 16:30 Uhr kommt der erste ins Resort. Ziemlich kaputt und erledigt sind sie. Sie brauchten sechs Stunden um die Gorillas zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend treffen wir uns alle zu Abendessen ein und sinnieren über die Reise und die ganzen Eindrücke. Heute Nacht erscheint hier der Blutmond ziemlich deutlich. Wir versuchen, so lange wie möglich wach zu bleiben

28.07.18

Der eine oder andere kommt heute etwas weniger elegant aus oder in den Truck. Muselkater! Aua aua aua. Er ist echt schlimm. Der heutige Tag wird ein reiner Fahrtag sein. Die Reise ist so gut wie zu Ende. Wir fahren zurück nach Kampala. Dort bleiben wir eine Nacht im Sky-Hotel und am anderen Tag fliegen wir heim. Für die anderen der Gruppe ist noch nicht Schluss. Sie sind noch kurz in Kenia und fliegen von Nairobi aus nach Hause.

 

 

 

 

 

  

  

Wir kommen wieder am Äquator-Cafe an und machen Mittagspause. Wir sind heute insgesamt locker 10 Std. unterwegs

  

Bild links. Jannik stellt sich gerade in Pose, als ein Schwung ungandischer Teenies auf ihn zukommt und bittet, mit ihm zusammen ein Bild zu machen. Wir warten total überrascht. Was das wohl soll. Die Kiddies machten Fotos von Jannik. Einer oder eine, nach den anderen. Mzungu riefen sie. Ich dachte, die verarschen uns, aber nein. Für sie war es was Cooles, ein Bild mit einem Weißen zu haben. Überhaupt habe ich in diesem Land das Gefühl, das wir Weiße in einigen Landstichen nicht alltäglich sind. Mitreisende berichteten sogar, das kleine Kinder schreiend ins Haus geflohen sind. Auch wer durch Kampala läuft, wird manchmal angegafft. Ich sehe dort immer nur zu, vor Sonnenuntergang im Hotel zu sein. Ansonsten fühle ich mich hier sicher. So wie woanders eigentlich auch. Nun aber finden wir uns alle zu einem Gruppenbild zusammen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

  

Wir sind im Prinzip am Ende der Reise. Wir kommen zum frühen Abend in Kampala an. Jannik und ich wollen den letzten Abend allein bleiben. Wir geben Restaurantstipps, gehen aber selber zu einem Take-Away in einem Einkaufszentrum in der Nähe des Hotels. Wir duschen wieder mit Stromschlag. Wir haben wieder das gleiche Zimmer bekommen.

29.08.18

Morgens nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den anderen. Die beiden Österreicherinnen und wir bleiben zurück, vertreiben uns die Zeit mit Gesprächen, gehen ins "Café" oder checken E-Mails. Nachmittags fahren wir unspektakulär zum Flughafen und wir fliegen zurück in die Heimat. Wir erhaschen noch einen Blick auf den Viktoriasee.  

30.08.18

Der Flughafen in Addis Ababa ist mal wieder super chaotisch. Wir können uns kaum von den Österreicherinnen verabschieden. Sie werden zum Gate "Wien" geschoben. Wir nach "Frankfurt". Wir kommen pünktlich an und werden von Marco abgeholt.

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